Behördlekneipe

Ünrig bis zum Abwinken auf Kosten des Hauses!

Archiv für April, 2011

Der falsche Franzose.

Montag 18. April 2011 von Irexis

Und weiter geht’s mit dem nächsten voll tollen supidupi “Die deutschen Schlafschafe sind ja soo blöd” Zitat.
Wie man weiß, kommen ja Zitate von großen Personen der Weltgeschichte immer besonders gut. In diesem Fall wird das Zitat dem guten alten Napoleon untergejubelt.

Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.

Dem alten Nappes werden ja viele Zitate angedichtet. Dieses hier hält sich aber am hartnäckigsten.
Na gut, dann schaun wir mal…

Angeblich stammt dieses Zitat aus einer Rede Napoleons, die er hielt bevor er die Seeluftkur auf Elba verordnet bekam. Bekannt wurde sie unter dem Namen:

Napoleons Proklamation an die Völker Europas.

Nur, Napoleon hat diese Rede nie gehalten! Erdacht hat sich diese Rede Josef Görres, ein erbitterter Gegner Napoleons und des französischen Kaiserreiches. Ein echter alter Revoluzzer.
1814 gründete er in Koblenz den Rheinischen Merkur, in dem dann auch in Ausgabe 51 “Napoleons” berühmte Rede abgedruckt wurde. Gedacht als eine Abrechnung mit dem Kurzen von der Seine sprüht diese Rede geradezu vor Ironie und Sarkasmus, aber was nutzt die beste Polemik, wenn sie nicht verstanden wird.

Rheinscher Merkur

Hier gibt’s das ganze Prachtstück zum Nachlesen!

Kleine Anekdote am Rande: Görres war laut seiner Vita bei Evilpedia Mitglied einer französischen Freimaurerloge in Koblenz. Also zitieren die ganzen Verschwörungskasper immer wieder ein Zitat, das von einem Illuminaten stammt. Ich sag’s ja, wir sind überall! :mrgreen:



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12.4.2011 !Liveblog! Stadtgespräch hr fersehen 21:45 Uhr

Dienstag 12. April 2011 von Sascha

Nach den Revolutionen in Nordafrika, dem Erdbeben in Japan, den Wahlen im Südwesten und den Chaostagen in der Bundesliga hat man ihn gar nicht vermisst. Trotzdem ist er leider wieder da: Udo Ulfkotte, der mit seinen Artikeln das Prädikat “der schlimmste Hetzer seit Göbbels” wirklich verdienen würde. Heute abend darf er seinen rassistischen Schwachsinn wieder einmal unter’s Volk bringen, diesmal ab:

21:45 Uhr im hr Fernsehen in der Sendung stadtgespräch
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Die Killerfinken kommen!

Donnerstag 7. April 2011 von Irexis

Wer sich ein wenig länger mit den ganzen Verschwörungstheorien und einem ganz speziellen Teil des Esogeblubbers von gewissen “Experten” befasst, stößt früher oder später auf ganz bestimmte Zitate, die sich in dieser Szene einer großen Beliebtheit erfreuen. Bei mir so geschehen als ich mich vor ‘ner Weile mal wieder im FG umgesehen hab. Den “Faden” selbst verlinke ich hier nicht, der ist mir zu doof, aber ich nehme die Aussagen, die darin mal wieder rumkrochen, gerne zum Anlass, um mich mit dem ein oder anderen Zitat mal näher zu beschäftigen.

Absolute Nr.1 der “Wirsindjasowasvonunmainstreamundhabendieweisheitmitlöffelngefressen” Fraktion: Nur der Stärkste überlebt! Gerne auch abgewandelt in: Fressen und gefressen werden, oder ganz cool: The Survival of the Fittest.
Obwohl die VTler (Verschwörungstheoretiker) ja sowas von gegen Wissenschaften und die Naturwissenschaften überhaupt sind, muss der gute alte Darwin immer herhalten, wenn es um die NWO (New World Order), Illuminaten, Weltenbesatzer oder auch gerne um Polsprünge, Maja-Kalender-Erduntergangsvorhersagen und irgendwelche neuen Wassermann/Metatron/Kristallkinder-Zeitalter geht. Die natürliche Auslese hat’s den Spezialisten (vor allem denen mit Rechtsdrall) scheinbar angetan. Nur verstanden haben sie sie nicht. Würde Darwins Evolutionstheorie so funktionieren, wie es sich diese Erwachten vorstellen, wären Alfred Hitchcocks Vögel schischi gegenüber den Darwinschen Killerfinken!
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Von der ostdeutschen Frau und dem Mann im allgemeinen

Samstag 2. April 2011 von gummifisch

Reiner Haseloff, der vermutlich nächste Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt hat in einem Interview mit der FAZ die Vorzüge der ostdeutschen Frau hervorgehoben.
Zunächst einmal ist sie nüchterner. Nüchterner als wer oder was lässt der gute Herr Haseloff offen, ein naheliegender Vergleich mit David Hasselhoff – der übrigens seinem (Fast-)Namensvetter für den Fall eines Wahlsieges ein Konzert in Magdeburg versprochen hat – wäre nun auch nur bedingt schmeichelhaft.
Vor allem aber ist die ostdeutsche Frau unkompliziert. Sie diskutiere zum Beispiel nicht stundenlang über Biofleischsorten, sondern ihr gehe es um Fleisch oder Nichtfleisch. Punkt.
So wünscht man sich doch als Landesvater seine Kinder: ohne Widerworte wird gegessen, was auf den Tisch kommt – egal ob Bio-, Klebe-, Gammel- oder Gänsefleisch aus dem Koffer.
Die Ursache dieser geradezu naiv anmutenden Unkompliziertheit verortet der promovierte Physiker in einer Diktaturerfahrung, die ihr der Arbeiter- und Bauernstaat ehemals angedeihen liess.
Ja, es war eben doch nicht alles schlecht damals in der DDR.
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