Behördlekneipe

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Archiv für Juni, 2013

Politikerspezial: Das Behördle erklärt das Internet

Montag 24. Juni 2013 von Irexis

Hallo, ich bin die Irexis und das hier, das ist das Behördle. Das Behördle ist Teil von etwas ganz Großem, dem Internet.
Das Internet, das gibt’s jetzt auch noch nicht sooo lange und eigentlich hieß das auch mal anders. Nämlich Arpanet. Das Arpanet, das hat man mal gebaut, weil die Luftwaffe und das Verteidigungsministerium in Amerika was haben wollten, damit man sich nicht ständig mit der Post Pakete zuschicken muss. Aber 1969 war das denen zu langweilig, deshalb durften dann Forscher damit spielen. Und die fanden das total toll und haben immer weiter daran rumgebastelt. Irgendwann war das denen aber zu doof, immer nur mit sich selbst zu spielen, also haben die sich hingesetzt und Computer und so gebastelt, mit denen auch andere Forscher da mitspielen können. Und auf einmal gab es ganz viele lustige Sachen im Internet. Das Usenet zum Beispiel oder das Fidonet. Das waren dann so Briefkästen im Internet, zu denen man gehen konnte und sich Post von gaaaanz vielen Menschen, die man eigentlich gar nicht kannte, abzuholen.

Irgendwann hat man dann festgestellt, dass es mittlerweile so viele Sachen im Internet gibt, dass man die gar nicht alle so finden konnte. Das war richtig voll. Tja und dann hat sich der Herr Tim Berners-Lee – der arbeitete an ‘ner ganz tollen Forschungseinrichtung, nämlich dem CERN in der Schweiz – hingesetzt und gedacht: “Da muss man doch mal was machen!”. So und da hat der Tim einfach das WWW erfunden. Das heißt natürlich nicht richtig WWW, sondern das ist nur die Abkürzung für World Wide Web.
Das war 1989 – also eigentlich gerade gestern.

Jetzt dachte sich der Tim: “das ist aber doof, irgend wie findet man ja gar nix im WWW, wenn man nicht weiß, wo das genau liegt. Da muss ich was machen!”.
Ja und dann bastelte er den ersten Browser. Das ist auch englisch und bedeutet so schmökern und so. Denn der Tim wollte, dass sich alle Menschen, die das Internet besuchen, da auch so richtig umsehen können. Wie das so ausgesehen hat, könnt ihr hier sehen:

WorldWideWeb FSF GNU

Hm, jetzt sieht das aber nicht so richtig schön aus. Und auch so kompliziert. Das dachte sich auch jemand in Taiwan. Das war der Herr Pei-Yuan Wei. Lustiger Name. Der war nicht nur Computer-Bastler, der war auch noch Künstler und deshalb hat der dann einen viel schöneren Browser gebaut als der Tim. Der hieß auch viel schöner, nämlich ViolaWWW. Hier könnt ihr mal kucken, wie der ausgesehen hat.

Die ham sich alle so richtig doll gefreut, dass sie jetzt sooo viele Sachen in dem Internet machen konnten. Und alle waren glücklich.
Aber das ganze basteln und die vielen Computer und die Leitungen, die haben ja alles Geld gekostet. Und das wollte irgendwann keiner mehr zahlen. Da ist man dann auf die Idee gekommen, das Internet zu vermieten. Man hat laange überlegt, wie man das machen könnte und da hatte einer die Idee, doch den Eingang zum Internet zu verkaufen.

1990 hat man damit dann angefangen. Das war ja auch irgendwie fast gestern. Da konnten dann auch Leute, die gar keine Forscher waren, das ganze Internet besuchen und mit dem WWW kamen die auch alle überall hin. Das hat dann in Deutschland auch die Telekom – damals hieß die noch Deutsche Bundespost – gefreut, denn wenn man da ins Internet wollte, musste man dafür ganz viel Geld bezahlen. Dafür brauchte man auch noch extra ‘ne Maschine. Das nannte sich dann Modem und das musste man dann in die Telefonbuchse stecken.
So sah das damals aus.


US Robotics 33.6K Modem Front

und das hat auch immer ganz lustige Geräusche gemacht: didüdüdüdüüükrrrzzzzzchchhh

Und weil das so teuer war, sind viele immer nur schnell rein ins Internet, um sich aus ihren Briefkästen die Post abzuholen oder Post zu verschicken.

Ja, so hat das damals – also fast gestern – angefangen mit dem Internet. Mit der Zeit wurde das dann immer schneller und immer besser. Und irgendwann war das auch gar nicht mehr so teuer, sodass man eigentlich immer drin bleiben konnte im Internet. Die Browser wurden auch immer besser und viel bequemer. Da wurde das dann auch alles einfacher für die normalen Menschen und immer mehr von denen gingen ins Internet. Irgendwann konnte man sogar über das Internet telefonieren, das fanden alle prima. Und es gab noch viel tollere Briefkästen als am Anfang. Da konnte man seine ganze Post und dann auch Bilder und alles Mögliche gleich den vielen Menschen zeigen, die man eigentlich gar nicht kennt und die konnten einem dann gleich auch antworten und ihre Post und Bilder und so zeigen. Das nennt man jetzt Social Network. So Facebook und so.

Ja und dann hat sich das Amerika daran erinnert, dass es ja eigentlich der Besitzer von dem ganzen Internet ist. Und weil das Internet ja Amerika gehört, dachten ein paar Leute von der NSA – das ist ‘ne Behörde die aufpasst, dass niemand was macht, das die nicht wollen – dass ja dann die ganzen Daten, die ja so im Internet rumschwirren ja auch Amerika gehören und dass die dann auch damit machen können, was sie wollen. Und dann haben die 2006 so ein paar Forscher geholt und die haben denen da wieder was gaaanz Neues gebastelt. Das ist irgendwie auch ein Browser, nur ein geheimer. Mit dem kann dann nur die NSA im Internet alles ausschmökern und abgrasen. Das findet die NSA total prima. Aber alle anderen finden das nicht so prima. Und das versteht jetzt das Amerika nicht. Weil die doch auf uns alle aufpassen wollen.
Hört sich komisch an, is aber so.

So, und jetzt wisst ihr auch, wie das mit dem Internet und so is.



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